Der Spion, der mich liebte
Halbtot wird ein Mann aus dem Wasser gefischt - ohne Gedächtnis, ohne Identität. Nur ein Laserimplantat mit einer Schweizer Bankkontonummer im Rücken liefert einen ersten Hinweis auf seine Vergangenheit und führt ihn zu einem Bankschließ-fach, das unter dem Namen Jason Bourne geführt wird. Verfolgt von der Polizei und im Fadenkreuz der CIA, in deren Diensten auch Jason Bourne stand, beginnt eine erbarmungslose Hatz ums Überleben, bei der ihm nur die deutsche Marie zur Seite steht und zu der sich eine zarte Romanze entspinnt. Mit ihr zusammen macht er sich auf die Suche nach seinem wahren Ich und fördert ungeahnt selbst tödliche Instinkte zu Tage.
Oscar-Preisträger Matt Damon brilliert in dieser suspensereichen Adaption des Robert-Ludlum-Klassikers als einsamer Held, der die ihm von Schicksal zugewiesene Rolle nur widerstrebend annimmt und beweist, dass auch heute noch intelligente, anspruchsvolle Spionagethriller eine breite Fangemeinde ansprechen. An seiner Seite überzeugend besetzt ist Franka Potente als resolute Weltenbummlerin in ihrer ersten Hollywood-Hauptrolle zu sehen.
Fern von der glamourösen Figur eines James Bond ist Jason Bourne die authentische Verkörperung des perfekt gedrillten, auf Pflichterfüllung programmierten Agenten. Unromantisch, hart und kalt daher auch Bildsprache und Schnitttechnik, die eher an den existentialistischen Krimitypus der 70er Jahre erinnern. Wilde Autoverfolgungen halten Tempo und Anspannung nahezu den ganzen Film auf sehr hohem Niveau.
Alles in allem ein Augenschmaus für Actionliebhaber und anspruchsvolle Thrillerfans, der rechtzeitig zum Kinostart von "Die Bourne Verschwörung", dem 2. Teil der Triologie um Jason Bourne auch wieder mit Matt Damon und Franka Potente, in den Handel kommt.