
Na, das hat aber gedauert. Während Dragon Quest in Japan zu leeren Klassenräumen führt, kriegen wir erst jetzt die Gelegenheit herauszufinden, was tatsächlich in dem Rollenspiel steckt. Und das ist, um das vorwegzunehmen, eine ganze Menge.
Schon zu Anfang wird klar, mit was für einer liebevollen Welt man es zu tun hat. Da wäre König Trode. Er wollte eigentlich nur von einem neuen Hofnarren unterhalten werden. Doch dieser hintergeht ihn, raubt ein magisches Zepter und verwandelt ihn in ein Monster und die Prinzessin in ein Pferd. Die Beiden machen sich also auf den Weg, um den Dieb zu verfolgen. Doch der Narr schlüpft in immer wieder neue Gestalten und entkommt ein ums andere Mal.
Glücklicherweise schliessen sich den Beiden schnell neue Mitstreiter an. Da wäre der dicke Yangus oder später die temperamentvolle Jessica. Gerade die Charaktere sind es, die den Charme von Dragon Quest ausmachen. Sie geraten in immer wieder neue, oftmals sehr lustige Situationen. Und die Gegner stehen ihnen in nichts nach, denn wo sonst trifft man schon auf tänzelnde Satyre oder Bulldoggen mit Töpfen auf dem Kopf? Trotzdem sollte man die Kämpfe ernstnehmen, denn diese bieten dank der rundenbasierten Abläufe viele Möglichkeiten zum Taktieren. Angriff, Verteidigung, Kraft speichern, Magie einsetzen oder die Party automatisiert angreifen lassen, da fällt die Entscheidung schwer. Da man allerdings recht schnell auflevelt, stellen die Kämpfe selbst gegen die Endgegner kein größeres Problem dar. Beim Aufstieg darf man Waffenfähigkeiten selbstständig steigern, Attribute steigen automatisch.
Dragon Quest wirkt unglaublich rund und lädt einfach zum Entdecken ein. In den Städten sind Gegenstände versteckt, die Händler sind ebenso abgedreht wie die anderen Charaktere und die Welt ist weitläufig mit vielen Nebenquests. Dabei ist die ganze Optik in Comicgrafik gehalten, die von einem bekannten japanischen Zeichner gestaltet wurde. Zusammen mit den orchestralen Klängen, die sich perfekt jeder Situation anpassen, ergibt sich das Bild einer in sich stimmigen und einzigarten Welt.