
Man stelle sich vor, es ist Krieg, und man bemerkt es kaum. Dieses Problem haben viele Strategiespiele vor der Kulisse des Zweiten Weltkrieges, denen man die großen, dynamischen Schlachtfelder einfach nicht abnehmen will. Und genau darauf hat Faces of War sein Hauptaugenmerk gelegt.
In den letzten beiden Jahren des Krieges ist man abwechselnd als Deutscher, Russe und Amerikaner unterwegs. Die Missionen können dabei grundlegend in zwei Typen unterteilt werden. Da wären die Infiltrations-Einsätze, bei denen man sich mit seinem Trupp ganz vorsichtig durch den Level bewegen muss. Spannend, kommt aber atmosphärisch nicht an die Großeinsätze heran. Gekonnt wird hier das gesamte Treiben während einer Schlacht in Szene gesetzt. Doch die Truppen, die um das eigene, stets überschaubare, Team am Kämpfen sind, stellen mehr als bloße Kulisse dar. So macht es durchaus Sinn, einen befreundeten Panzer zu beschützen, der einem dann den Weg frei macht. Leider ist auf den Kriegsschauplätzen derartig viel los ist, dass es zuweilen schwerfällt, zu entscheiden, wem man helfen sollte.
Dafür nimmt einem das Spiel aber jede Menge Arbeit ab. Die untergebenen Soldaten agieren extrem selbstständig. Das geht so weit, dass man teilweise nur noch zusehen muss, wie sie Deckung suchen, Granaten werfen und MG-Nester ausheben. Oft bleibt einem nur, auf die Gesundheit seiner Leute zu achten und sie rechtzeitig zurückzurufen. Richtig spaßig wird es dann wieder, wenn man Fahrzeuge in Beschlag nimmt und die Level richtig auseinandernehmen darf. Doch Vorsicht, diese sind nicht so unverwundbar wie es bei einem Panzer scheinen mag.
Bei einem Spiel wie Faces of War kann man sicher sein, dass man visuell einiges geboten bekommt. Und genauso ist es auch. Insbesondere die Masse an Einheit und die voll zerstörbaren Level sorgen für das nötige Mittendrin-Gefühl, welches nur von der langweiligen Musik gestört wird.