
Warum man fünf Jahre nach Kinostart ein Spiel zum Film Fight Club veröffentlicht, wird wohl hier kaum zu klären zu sein. Umso verwunderlicher, da der Kultstreifen ja schon vornherein geradezu danach geschrien hat, zu einem Prügelspiel versoftet zu werden. Und genau das ist es jetzt auch geworden.
Fans des Films werden vieles wieder erkennen. Die 14 Charaktere sind realistisch ihren Film-Vorbildern nachmodelliert. Da trifft man auf Robert Paulson, den Mann mit der gewaltigen Oberweite oder auf Lou, den Barbesitzer. Große Ausnahme ist Tyler Durden, der so gar nicht Brad Pitt entsprechen mag.
Auch die Kampfarenen orientieren sich an der Vorlage. Verrauchte Keller oder dreckige Hinterhöfe, umringt von Zuschauern, die einen möglichst harten Kampf sehen wollen. Und den kriegen sie auch, denn die Schläge und Tritte sind manchmal äusserst brutal und die Special Moves machen ziemlich deutlich, warum Fight Club nicht als jugendfrei eingestuft wurde.
Das Kampfsystem ist allerdings nicht allzu komplex. Es gibt gerade mal drei Kampfstile, die sich auf die verschiedenen Figuren verteilen. Als kleinen Ausgleich hat man sich zwei nette Features überlegt. Zum einen kann man den Gegnern in einer Röntgenansicht die Knochen brechen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, abzuklatschen und somit den Kampf zu beenden. Dies ist allerdings nur bei selbst erstellten Charakteren sinnvoll, da diese dann im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Neben den schnellen Prügeleien gibt es auch noch einen Story-Modus, der allerdings nur recht lahme Zwischensequenzen zu bieten hat. Etwas spannender ist da schon die Möglichkeit, auch über Xbox Live gegeneinander anzutreten.
Dafür zeigt sich Fight Club grafisch sehr kompetent. Gerade die Figuren sind aufwändig gestaltet und wirken sehr plastisch.