
Die Forderungen der Spieler nach Abenteuern im Wilden Westen wurden bisher nur selten erhört. GUN möchte mit abwechslungsreichem Gameplay und einer aufwändigen Story die Referenz im Genre schaffen.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat man sich nicht lumpen lassen. Ein professioneller Drehbuchautor, der schon an Filmen wie Die Maske des Zorro geschrieben hat, hat die Story verfasst. Wie so viele Western handelt sie von Rache und Gier und lebt vor allem von den starken Charakteren. Denen wurde durch Vollblut-Schauspieler wie Ron Perlman (Hellboy) Leben eingehaucht. Und so ist es gerade der Verlauf der Geschichte, der einen ständig am Gamepad hält.
Aber auch sonst gibt es vieles zu entdecken. Das Spieldesign beruht auf freiem Erkunden, welches allerdings nicht ganz die Ausmaße von einem Grand Theft Auto annimmt, zumal die Welt dafür auch zu leer ist. Trotzdem, zu tun gibt es immer was. Mal muss man Wölfe jagen, dann Botendienste erledigen, ein Pferderennen absolvieren oder auf Kopfgeldjagd gehen.
Dabei wird die Luft natürlich ständig mit Blei gefüllt. Eine große Auswahl an Pistolen und Gewehren warten dazu auf einen. Darüber hinaus darf man aber auch mal den Bogen in die Hand nehmen oder Sachen zum Explodieren bringen. Da man sich während der Missionen Geld verdient, kann man die Waffen ordentlich hochpowern. Übrigens verbessern sich auch die eigenen Eigenschaften.
Die Steuerung stellt ein etwas zweischneidiges Schwert dar. Zum einen ist das Reiten auf dem Pferd gut gelöst und die Schnellschuss-Möglichkeit, sozusagen ein Slow-Motion-Modus, nützlich. Andererseits gerät das Abschiessen der Gegner nur dank der Zielhilfe nicht zum Frust.
Die Western-Atmosphäre wird zwar gut eingefangen, technisch wirkt GUN aber nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Die Umgebungen sind eher simpel aufgebaut und die Animationen teilweise etwas unflüssig. Das Wichtigste ist aber sehr detailreich gestaltet: Die Figuren. Und die Musik versöhnt einen dann endgültig wieder, könnte sie doch glatt einem Film entstammen.