
Wer beim Gedanken an Pharao oder Zeus leuchtende Augen bekommt, bei dem dürfte die Freude über Kinder des Nils groß sein. Bei diesem Aufbauspiel haben sich einige der Entwickler der Strategieklassiker zusammen getan, um ein neues Komplexitätswunder aus der Taufe zu heben.
Damit der Spieler sich nicht allzu verloren fühlt, gibt es drei Tutorials sowie Tooltips und ein halbwegs umfangreiches Handbuch. Dass diese Maßnahmen auch nötig sind, zeigt sich daran, dass es alleine dreissig Rohstoffe gibt. Besonders wichtig sind dabei Brot und Ziegel, damit man Gebäude bauen und Einwohner ernähren kann. Man fängt also damit an, Bauernkaten zu bauen. Für die Bauern braucht man dann Edelleute, für die wiederum Villen entstehen müssen. Die wollen natürlich auch alle versorgt werden, also muss eine Bäckerei gebaut werden, für deren Erstellung man Maurer und natürlich Ziegelmacher braucht.
Zu Anfang wird sich mancher Spieler sicherlich überfordert fühlen. Glücklicherweise sind die Ägypter ein nachgiebiges Volk. Man muss also nicht ständig regulierend eingreifen, die Stadt gedeiht bis zu einem gewissen Grad auch von alleine. Und so kann man sich auch ganz beruhigt ausserhalb der Stadt betätigen. Auf der Weltkarte werden Schlachten geschlagen und neue Länder entdeckt. Die Präsentation ist hier eher nüchtern, nur Texttafeln informieren über den Ausgang der Missionen. Trotzdem mangelt es nicht an Abwechslung. Die Kampagne führt einen durch die Geschichte Ägyptens, die Missionsziele sind einfallsreich und wer will, kann sich auch eigene Szenarien entwerfen.
Bei einem Aufbauspiel gehört es natürlich dazu, dass der Wuselfaktor schön hoch ist. Damit das gewährleistet ist, kann man sehr nahe an jeden Bewohner heranzoomen, ihm einen Namen geben und seine Bedürfnisse überprüfen. Ein weiteres Zeichen der Detailverliebtheit zeigt sich, wenn man Schüler darüber reden hört, ob die Pyramiden wirklich von grünen Männchen erbaut wurden.