
Die bittere Pille vorweg: Das neue Pro Evolution Soccer kommt gänzlich ohne deutsche Bundesliga aus. Nicht einmal veränderte Namen treten mehr auf, also auch keine Hanseaten anstelle des HSV. Wenigstens wurde Bayern München lizensiert und auch die Nationalmannschaft darf man steuern.
Begibt man sich mit unseren Jungs auf den Platz, fällt vor allen Dingen auf, dass sich diese sehr nahe an dem spielen, was man von ihnen erwartet. Individuelle Charakteristika treten stärker und glaubhafter in den Vordergrund. Auch ansonsten wirkt der Spielablauf wieder dynamischer als im Vorgänger. Die Ballphysik ist nachvollziehbarer, so dass sich auch Schüsse aus der Distanz eher lohnen. Tacklings und Doppeldeckung werden nicht mehr so häufig gepfiffen und der Freistoß geht schneller von der Hand. Und sei es beim Dribbling, Fallrückzieher oder Sichern des Balles, die Vielzahl an Animationen wurde noch einmal aufgestockt, so dass die Matches noch individuelleren Charakter haben.
An Modi gibt es neben den verschiedenen Varianten zum schnellen Spielen natürlich auch die Meisterliga, bei der man ein Team über einen längeren Zeitraum begleitet. Hier darf man nun auch die Alterung der Spieler abschalten. Das alles ist auch online spielbar, dieses Mal deutlich flüssiger und mit der Möglichkeit, Zufallsteams erstellen zu lassen. Wer vorher trainieren will, darf sich in Disziplinen wie Hütchenslalom und Zielscheibenschiessen versuchen.
Der grafische Editor bietet jede Menge Möglichkeiten. Man kann nicht nur die Namen anpassen, sondern auch Gesicht, Schuhe, Wappen und Trikots.
Visuell herrscht eher Stillstand. Zwar wirken die Animationen noch einen Tick ausgefeilter, aber in Sachen Detailreichtum und zweidimensionaler Zuschauerkulisse sind keine Verbesserungen feststellbar. Dafür liefern die Kommentatoren wieder sehr gute Arbeit ab.