
Als sich die Entwickler der ersten beiden Thief-Episoden vor vier Jahren auflösten, war die Enttäuschung unter den Fans gross. Thief begründete das Genre der Schleich-Action praktisch alleine und es war fraglich, ob Meisterdieb Garrett je wieder in Aktion treten würde. Doch dank Designerlegende Warren Spector ist jetzt der dritte Teil erschienen - kann er an die Vorgänger anknüpfen?
Im Bereich der Spielmechanik hat man sich auf keine grossen Experimente eingelassen. Noch immer ist der grösste Freund des Meisterdiebs Garret der Schatten. Sein oberstes Ziel ist es, nicht gesehen zu werden, da er bei Feindkontakt nicht viel mehr als einen kleinen Dolch vorzuweisen hat. Da dunkle Ecken allerdings nicht überall zu finden sind, bedient er sich einem ganzen Arsenal an Utensilien. Moospfeile helfen, sich leisen Schrittes bewegen zu können. Wasserpfeile können störende Fackeln löschen. Wenn Garrett doch einmal entdeckt wird, kann er auch eine Blendgranate schmeissen und sich schnell aus dem Staub machen.
Damit der Einsatz der verschiedenen Gegenstände auch Spass macht, benötigt es auch einen herausfordernden Computergegner. Hier zeigt sich das Spiel von seiner Licht und, natürlich, Schattenseite. Wenn Wachen ihre Kameraden zu Hilfe rufen, wirken sie sehr intelligent. Ganz anders hingegen, wenn man wenige Meter von einer Wache eine andere in den Schwitzkasten nimmt und Erstere nichts merkt.
Solche kleinen Schnitzer fallen aber weniger ins Gewicht, wenn man die tolle Story und die extrem dichte Atmosphäre berücksichtigt. Denn auch wenn sich die Missionen meistens um kleine oder grössere Diebereien drehen, entwickelt sich durch Zwischensequenzen, Notizen und Gespräche eine packende Geschichte in der fantasiereichen Welt Thiefs.
Die düstere Stimmung des Spiels wird durch die hervorragende Grafik noch verstärkt. Schatten fallen höchst realistisch auf plastisch wirkendes Mauerwerk und auch die sonstigen Lichteffekte können sich sehen lassen. Abgerundet wird Thief durch geschickt eingesetzte Musikstücke.