
Während man anderswo froh ist, wenn sich ein Spiel möglichst weit vom Zweiten Weltkrieg entfernt hält, hat dieses Szenario im Genre der Adventures kaum Einzug gehalten. Undercover - Operation Wintersonne begibt sich in das Berlin des Jahres 1943 und gehört zur neuen Generation von Abenteuerspielen, die neben interessanten Charakteren ausgefeilte Geschichten und schicke Technik bieten.
Doch erstmal zurück zur Story. Als der britische Geheimdienst über ein paar Dokumente zum Bau einer nuklearen Massenvernichtungswaffe seitens der Nazis stolpert, übergibt er diese zur weiteren Beurteilung schnellstens dem Physiker John Russell. Dieser fliegt mit einem Agenten nach Berlin, um auch den Rest der Pläne zu finden und letzten Endes festzustellen, dass sie enorme Fehler aufweisen. Dumm nur, dass ein deutscher General seiner habhaft wird und ihn dazu zwingt, die Pläne zu vervollständigen. John Russell ist ab hier auf sich alleine gestellt und muss alles tun, um zu verhindern, dass die Welt auf eine Katastrophe zusteuert.
Ihm zur Seite steht die adrette Anne Taylor, die zwar immer wieder für einen der witzig geschriebenen Dialoge zur Verfügung steht, ansonsten aber wenig Hilfe bei den Rätseln bietet. Glücklicherweise sind diese, so wie es sich für ein modernes Adventure gehört, schön logisch aufgebaut. Nur in ganz wenigen Situationen kann man nicht nachvollziehen, welchen Lösungswegdie Spieldesigner vorgesehen haben. Kombinationsrätsel machen dabei neben den Gesprächen einen Großteil des Spiels aus, nur gelegentlich werden mal Logikrätsel eingestreut, bei denen man teilweise sogar auf seine Ohren angewiesen ist.
Damit man sich nicht unnötig ärgern muss, sind ein paar Komfortfunktionen integriert worden. Auf Tastendruck sieht man alle benutzbaren Objekte sowie die Ausgänge. Ein Doppelklick lässt den Charakter rennen. Für passende Atmosphäre sorgen neben den belebten Schauplätzen auch die, wie von Anaconda gewohnt, hervorragenden Sprecher.